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Champix
21.10.2014, 16:49
Beitrag: #1
Champix
Champix ist der medikamentöse Weg aus der Nikotinsucht! Und, ja, es war mein Weg!

Man hört und liest viel Negatives, kann man alles glauben?

Zunächst die Fakten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Vareniclin

http://www.apotheken-umschau.de/do/exter...95407.html

Ich bin jetzt gerade nicht sicher, ob das Medikament in den Bereich der Psychopharmaka fällt, aber definitiv wirkt es im Kopf!

Ich habe mich, ein wenig unsicher gebe ich zu, darauf eingelassen, es mit Champix zu versuchen, weil mir immerhin mein Hausarzt und ein Lungenfacharzt dies als Möglichkeit empfohlen hatten.

An Nebenwirkungen hatte ich anfangs für etwa 30 Minuten etwas Übelkeit, was ich aber in den Griff bekam, als ich die Tabletten zu den Mahlzeiten nahm. Weitere Nebenwirkungen habe ich nicht festgestellt.

Nach Beginn der Einnahme nimmt man sich einen Tag (normalerweise in der 2. Woche) vor, an dem der Rauchstopp erfolgen soll. Es wirkt nicht wie eine Schmerztablette z.B., also Tablette einschmeißen und Verlangen weg, sondern der Erfolg kommt durch eine Art Depotwirkung. Daher kann ich auch nur empfehlen, sich an die Dosierungsanleitung zu halten und am Ende "ausschleichen" zu lassen.
Jetzt ist der Tag X gekommen. Meine Erfahrung: Tag -1 (Vorabend): easy, Tag 1: furchtbar, Tag 2 und 3: nicht so toll, ab Tag 4: gar kein Problem mehr. Hier und da mal der Gedanke ans Rauchen, aber sonst alles voll okay! Beachtenswert: ich war 12 Wochen megagut gelaunt! (Das war bei den vorherigen Aufhörversuchen aber gaaaanz anders!)

Letzte Woche dann das Medikament reduzieren - alles noch gut! Wie sehr das Medikament gewirkt hat, das habe ich danach gemerkt. Die erste Woche ohne Champix war die Schlimmste! Allerdings hatte ich den körperlichen Entzug längst hinter mir und ich war ja bereits 11 Wochen rauchfrei!
Mit dem Willen DAS nicht wegzuwerfen habe ich die nachfolgenden Klippen dann umschiffen können!

Mit Champix aufzuhören, ist mit Sicherheit nicht für jeden das Richtige - für mich aber war es der goldene Weg!

[Bild: 172.gif]
Miau,
Mike

Someday we'll look back on this and it will all seem funny.
>Rosalita (Come Out Tonight), Bruce Springsteen<
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 Danke sagen: Biggi , tina , Maroe , Toasty , galadriel , Chaos
22.10.2014, 11:33
Beitrag: #2
RE: Champix
ich finde das schon seltsam, dass es dich nach 12 wochen nochmal so getroffen hat.
der körperliche entzug war durch und du hattest ja auch schon deine routine mit dem alltag ohne...confused
was war da noch übrig?
hast du eine ahnung?

ich bin übrigens gestern noch auf das gestoßen:

Der synthetische Wirkstoff dieses Medikaments bindet im Gehirn an Nikotinrezeptoren, stimuliert aber das Belohnungszentrum nur etwa halb so stark wie Nikotin. Gleichzeitig versperrt es dem Nikotin den Zugang zu diesen Rezeptoren. Er schränkt dadurch die Lust am Rauchen ein und lässt Entzugserscheinungen erträglicher ausfallen.

tina Katze
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22.10.2014, 12:05
Beitrag: #3
RE: Champix
Ich habe nur eine Vermutung: die Rezeptoren waren nicht mehr blockiert und das Gehirn meinte Nikotin fordern zu müssen. War lange nicht so heftig, wie bei den halbherzigen, hilfsmittellosen Versuchen vorher, aber immerhin.

Ich war nach soviel Wochen guter Laune einfach nicht darauf vorbereitet!

Die von Dir erwähnte Routine und das Forum waren zu der Zeit meine größte Hilfe!

[Bild: 172.gif]
Miau,
Mike

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 Danke sagen: tina
22.10.2014, 12:58
Beitrag: #4
RE: Champix
Champix unterstützt halt überhaupt nicht bei den psychischen Abhängigkeiten - DEN Weg muss man irgendwie alleine gehen; die wenigsten holen sich hier Hilfe, weil sie aufs Pillchen alleine vertrauen. Die Rückfallquote (12Mon) liegt laut einer unabhängigen (wichtig!) Studie bei 77%*; Sucht wirkt halt körperlich UND psychisch, sonst wäre sie keine vernünftige Lutscher

Champix kann selbstverständlich während der ersten Woche den körperlichen Entzug lindern, eben wegen der spezifischen Rezeptorwirkung; Mehr aber auch nicht. Nach dem körperlichen Entzug sind Champix-User dort, wo die anderen auch sind. Vielleicht halt mit etwas falscheren Vorstellungen.
Champix am Anfang und dann echte Arbeit an sich selbst, z.B. mit diesem Forum hier, ist dann schon eher erfolgversprechend. Ginge aber auch ohne Champix, wenn man die Tage des körperlichen Entzugs mit all seinen Höhen (ja, die gibts) und Tiefen bewusst durchleben mag.

Als weniger problematisch schätze ich die berüchtigten Champix- Nebenwirkung der depressiven Verstimmung ein - ich vermute, es ist weniger eine Nebenwirkung von Champix als mehr eine Nebenwirkung des Suchtausstiegs selbst; die natürliche emotionale Balance, die jahrelang mit Drogen gefesselt wurde, muss sich nun wieder einstellen; bei diesen Justagearbeiten kommts nun mal zu dem einen oder anderen Beben; aber das harmonisiert sich wieder, hier wird nach jahrzehnten des Stillstandes wieder echte Entwicklung möglich. Es bebt halt erstmal. Egal ob mit Champix oder ohne.



* http://www.ema.europa.eu/docs/de_DE/docu...025252.pdf
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